Ich bin für dich.

„Gibt das Leben dir Zitronen,…“
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten diesen Satz zu beenden, je nachdem ob man auf Tequila, Kuchen oder Limonade steht. Dennoch ist das, was hier so einfach umschrieben wird, alles andere als leicht. Aus jeder Scheiße im Leben stets das Beste zu machen, scheint zwar etwas Elementares für uns Menschen zu sein, dennoch kostet es Kraft. Viel Kraft und manchmal vielleicht sogar zu viel.

Für den ersten Karton Zitronen kauft man sich Tequila und Salz, aus dem zweiten macht  man einen Zitronenkuchen und aus dem dritten dann die Limonade und schmeißt anschließend eine rießige Party. Ist doch alles super easy, oder nicht?
Doch wohin mit dem vierten, fünften und sechsten Karton? Und was, wenn die Kartons so schnell geliefert werden, dass man gar nicht dazukommt diese (zu etwas Sinnvollem) zu verarbeiten; geschweige denn mal kurz durchzuatmen. Was, wenn die Zitronen zu groß sind, um sie zu (er-)tragen?

Wer sich ein wenig mit Psychologie auskennt, weiß, dass unsere Seele nicht dazu ausgelegt ist dauerhaft nur zu ertragen und stark zu sein. Wir brauchen gute Zeiten, Zeiten der Erholung und des Auftankens. Zeiten der Hoffnung und der Liebe. Ansonsten wird unsere Seele krank. Ansonsten vergiftet die Säure der Zitronen unser Herz und wir werden bitter.

Es wäre utopisch und auch nicht sehr authentisch davon auszugehen, dass solche Zeiten am Glaubensleben einfach vorbeigehen. Welcher Mensch würde sich nach dem elften Karton Zitronen nicht fragen, ob Gott wirklich gut sein kann? Wer würde nicht zweifeln, ob Gott einen vielleicht vergessen hat oder auf beiden Ohren taub ist? Wer würde nicht wissen wollen warum Gott so großzügig Zitronen verteilt, aber vergisst die Presse samt Anleitung mitzuliefern?
Ab einer bestimmter Anzahl Zitronenkartons ist das Maß einfach voll, die Batterie leer und die Weisheit am Ende. Irgendwann beginnt jeder zu hinterfragen oder wenigstens ein bisschen zu zweifeln. Irgendwann kann auch der größte Optimist sich die Dinge nicht mehr schön reden.

Meine letzten Jahren waren geprägt durch Verlust. Ich habe meine Gemeinde, meinen gesamten Freundeskreis, meinen Vater, den (wie ich damals dachte) Mann meines Lebens und zu guter Letzt noch meine unversehrte Gesundheit verloren. Letzteres stellte nicht nur meine berufliche Zukunft in Frage, sondern zwang mich auch dazu den Großteil meiner Hobbies aufzugeben und macht den Alltag noch heute an manchen Tagen zu einem einzigen Kampf. Ich durfte durch diese Jahre einiges lernen und sehe seitdem mit einem anderen Blick auf Gott, den Glauben und das Leben. Einen Blick, den viele und vor allem Christen oftmals nicht verstehen können. Einen Blick, den wohl kaum einer verstehen kann. (Wie auch?) Dennoch kann ich- Gott sei dank-  immer häufiger von ganzem Herzen sagen, dass ich dankbar für diese Lektionen bin. Ich kenne nun einige Zitronenarten und habe meine Erfahrung bei der Verarbeitung gesammelt. Ich kann mich dank dieser Zitronen in andere hineinversetzen und ihre Sorgen teilen.

Aber auch wenn sich mein Glaube dadurch verändert hat und Zweifel fast täglich versuchen laut schreiend meine Aufmerksamkeit zu gewinnen, sprach Gott immer wieder zu mir: „Ich bin noch nicht fertig mit dir“.
BÄM! Gottes Zusage in Mitten meiner Zitronen. In Mitten all der Zweifel, Ängste und Sorgen. Gott hat noch etwas vor. Er hat einen Plan und der ist noch nicht zu Ende.

Okay und warum schreibe ich das?

Weil ich Hoffnung machen möchte. Egal, wer du bist und egal, was du hinter oder vor dir hast. Egal, was dich gerade plagt und dir schlaflose Nächte bereitet. Selbst ich durfte, trotz meiner Ablehnung, meiner Wut und meinem Hass auf Gott begreifen, dass er FÜR mich ist. Und das IMMER und NO MATTER WHAT.

Egal welche Umstände herrschen und wer gegen uns ist. Egal ob sich Chef, Familie oder Freunde abwenden. Egal, ob uns unsere Nachbarn, der Heiligste unter den Christen oder der Präsident der USA den Krieg erklären, während wir auf unsere Umstände (oder Gegner) schauen, steht Gott hinter uns, die Waffe gezückt und flüstert uns liebevoll ins Ohr: „Ich bin für dich!“ Er ist bereit uns den Rücken freizuhalten und uns zu stärken. Diese Zusage ist etwas ganz persönliches. Sie gilt nicht (nur) allgemein, der ganzen Welt oder einer ganzen Völkergruppe. Sie gilt nicht nur den Glückspilzen und VIPs dieser Welt. Diese Zusage gilt DIR. Egal wie DEIN Leben aussieht oder was DU über dich selbst denkst. Egal was DU getan hast oder noch tun wirst. Gott steht hinter uns. Hinter dir und mir. Und diese Wahrheit gilt für immer.

Ich wünsche dir, dass du diese Wahrheit nicht nur mit dem Verstand, sondern auch ganz persönlich mit deinem Herzen begreifen und glauben kannst. Auch, wenn du sie vielleicht wie ich schon millionenfach gehört und gepredigt bekommen hast. Ich wünsche dir, dass du diese Hoffnung erleben darfst und Gott dir so begegnet, dass irgendwo ganz tief in deinem Herzen etwas sagt: „Ich bin für dich. Ich kämpfe für dich. Deine Geschichte ist noch nicht zu Ende.“ Ich wünsche dir, dass du diese Wahrheit allen Zweifeln und Ängsten entgegensetzen kannst, auch wenn sich Gott dir vielleicht nicht auf dieselbe Art und Weise zeigt. Veranker seine Zusage in deinem Kopf und vor allem in deinem Herzen. Stay Strong!

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